Lehrplan Philosophie – Gymnasium Sachsen-Anhalt

82 Kompetenzen8 Lernbereiche3 Jahrgangsstufen

Der komplette Lehrplan Philosophie für Gymnasium in Sachsen-Anhalt — nach Jahrgangsstufen und Lernbereichen geordnet. Und mit Didoria erstellst du dazu in Minuten eine fertige, lehrplankonforme Unterrichtsstunde.

Aufbau

Lernbereiche nach Jahrgangsstufe

Jahrgangsstufe 92 Lernbereiche
  • Vom Staunen zum Denken – Philosophie als Möglichkeit einer Herangehensweise zur Erschließung der Welt diskutieren
  • Das Ich in der Welt – philosophische Auffassungen von Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt erörtern (Einführungsphase)
Jahrgangsstufe 102 Lernbereiche
  • Sprache und Macht – manipulative und emanzipative Dimensionen von Sprache als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels entdecken und gestalten
  • Individuum und Gemeinschaft – Konfliktfelder individueller Freiheit in sozialen Gefügen problematisieren und eigenständig präsentieren
Jahrgangsstufen 11–124 Lernbereiche
  • Kritik des Wissens – die Vielfalt menschlicher Wissensformen erfassen und für die Lösung globaler Probleme erschließen
  • Freiheit und Existenz – Das Problem der Rationalität in ihren anthropologischen und ethisch -moralischen Dimensionen diskutieren und ihre Entfaltungsmöglichkeiten beurteilen
  • Krawall und Kitsch – Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt reflektieren
  • Recht und Gerechtigkeit – Legitimation von Herrschaft und Konzepte von Demokratie untersuchen und in Debatten um Gestaltungsfragen Stellung beziehen

Kompetenzen im Detail

Was Schüler:innen können sollen

Jahrgangsstufe 9

Vom Staunen zum Denken – Philosophie als Möglichkeit einer Herangehensweise zur Erschließung der Welt diskutieren
9 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: an einem selbst gewählten Beispiel Alltagssituationen, Kunst oder populärwissenschaftliche Probleme in ihrem Kern erfassen
  • 2den Begriff Philosophie in verschiedenen Bestimmungen analysieren
  • 3einen platonischen Dialog als Beispiel für die Methode dialektischen Denkens nachvollziehen und diese darstellend erproben
  • 4Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
  • 5die Idee eines gedanklichen Hinausgehens über die Welt grafisch gestalten und interpretieren
  • 6bewusst verschiedene Sichtweisen einnehmen üben
  • 7die Fortsetzung eines platonischen Dialogs durch Künstliche Intelligenz auf Plausibilität und Relevanz prüfen
  • 8sich mithilfe von Denkmälern, Statuen, Street-Art, Gedichten oder literarischen Texten mit den vier philosophischen Grundfragen auseinandersetzen
  • 9mithilfe eines selbst erstellten Produktes (z. B. szenisches Spiel, Kurzvideo oder Selfie) das eigene Selbstbild im Verhältnis zur Welt in Beziehung setzen
Das Ich in der Welt – philosophische Auffassungen von Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt erörtern (Einführungsphase)
10 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1der Mensch in der (Um-)Welt: Die Gestaltungsmöglichkeiten und -grenzen des Menschen in der Welt beschreiben
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: zu Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt philosophische Fragen formulieren
  • 3einen Begriff des Menschen angesichts seiner Begrenzungen entwerfen
  • 4über den Menschen als unvollkommenes Gemeinschaftswesen diskutieren
  • 5„Allein bin ich gern zu zweit.“
  • 6Bezüge des Menschen zum Tier als Spiegel seines Weltverhältnisses beschreiben und interpretieren
  • 7philosophische Argumentationen zum Menschen überprüfen, z. B. zum Menschen als ein seine Lebensgrundlagen zerstörendes Wesen
  • 8Standpunkte zur Leiblichkeit des Menschen analysieren
  • 9die menschliche Kultur als Ausgleich natürlicher Unzulänglichkeiten reflektieren
  • 10in einem philosophischen Essay zu anthropologischen Grundfragen eine plausible Gedankenführung entwickeln

Jahrgangsstufe 10

Sprache und Macht – manipulative und emanzipative Dimensionen von Sprache als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels entdecken und gestalten
10 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1diverse Zeichenphänomene detailliert erkennen und ihren Sprachcharakter beschreiben
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: Sprachformen und Denkweisen in Zusammenhang mit unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen interpretieren
  • 3Alltagssprache auf ihre spr echakttheoretischen Voraussetzungen untersuchen
  • 4sprachphilosophische Positionen z u einer Debatte um einen herrschaftsfreien Diskurs analysieren
  • 5ein Denktagebuch zum manipulativen sowie emanzipativen Gebrauch von Sprache in gesellschaftlichen Konfliktsituationen verfassen
  • 6Erweiterungen und Begrenzungen symbolischer Kommunikation in alltäglichen Gesprächssituationen und in digitalen Medien offenlegen
  • 7das Etablieren einer internationalen Verkehrssprache als Herausforderung für ein globales Miteinander nachvollziehen und problematisieren
  • 8Sprechakte im Kontext von Herrschaft und Unterdrückung auch in globalen Kontexten präzise offenlegen
  • 9aus sprachtheoretischer Perspektive über Sprachverbote im Kontext von Rassismus, Sexismus und Antisemitismus diskutieren
  • 10Ausdrucksformen von Sprache vielfältig künstlerisch darstellen
Individuum und Gemeinschaft – Konfliktfelder individueller Freiheit in sozialen Gefügen problematisieren und eigenständig präsentieren
10 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1positive, ambivalente und negative Aspekte des Alleinseins umfassend beschreiben
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: negative und positive Freiheit in ethischen, politischen und gesellschaftlichen Kontexten untersuchen
  • 3verantwortungs- und gesinnungsethische Positionen, z. B. im Kontext von Flucht und Migration, analysieren
  • 4zur Frage, ob Gesellschaften ohne allgemeingültige moralische Maßstäbe auf Dauer existieren können, Stellung beziehen
  • 5„Es gibt kein richtiges Leben im falschen ?“
  • 6Gefahren des Individualismus diskutieren
  • 7Möglichkeiten zur Überwindung von Entfremdung in sozialen Gefügen reflektieren oder eigene Vorschläge für Institutionen, wie den schulischen Lern- und Bildungsort im Sinne der Teilhabe aller, ableiten
  • 8Gemeinschaft als Bezugspunkt für die Entwicklung von sozialer und personaler Identität bestimmen
  • 9Wechselspiel von Abhängigkeit und Freiheit des Individuums in der Gesellschaft anhand literarischer oder filmischer Beispiele interpretieren
  • 10Überleben, gutes Leben, sinnerfülltes Leben als Elemente für die Frage nach dem geglückten Leben für Individuen definieren

Jahrgangsstufen 11–12

Kritik des Wissens – die Vielfalt menschlicher Wissensformen erfassen und für die Lösung globaler Probleme erschließen
11 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1Erfahrung von Natur in lebensweltlichen und wissenschaftlichen Kontexten beschreiben und das dabei gewonnene Wissen vergleichen
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: das Ideal von Wissenschaft als methodisch organisierte Produktion von Wissen nachvollziehen
  • 3Pluralistische Kritik am Ideal universellen Wissens rekonstruieren und auf ihre Prämissen hin erschließen
  • 4das Ideal objektiven, universell gültigen und neutralen Wissens kritisch reflektieren
  • 5KI als Heilsbringer?
  • 6Bedingungen der Möglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis an ausgewählten philosophischen Texten erschließen
  • 7das Konzept situierten Wissens in globalen Kontexten exemplarisch analysieren und selbstständig verwenden
  • 8die kulturelle Bedingtheit der Wahrnehmung globaler Probleme exemplarisch untersuchen
  • 9das Eingebundensein in beide Erfahrungsräume verständlich beschreiben
  • 10Einordnungen von statistikbasierten Sprachmodellen und Entscheidungen der Künstlichen Intelligenz philosophisch reflektieren
  • 11ein Konzept für eine Schulprojektwoche auf der Basis pluralistischer Modelle wissenschaftlicher Forschung und Lehre entwickeln
Freiheit und Existenz – Das Problem der Rationalität in ihren anthropologischen und ethisch -moralischen Dimensionen diskutieren und ihre Entfaltungsmöglichkeiten beurteilen
11 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1Irrtum, Willensschwäche und Selbsttäuschung als Hindernisse für die Verwirklichung rationalen Handelns anhand von lebensweltlichen Beispielen umfassend beschreiben
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r -Denken: Fragen zum Verständnis des Menschen aus psychoanalytischer und existenzialistischer Perspektive stellen
  • 3Bedingungen rationalen Handelns aus der Perspektive von Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen untersuchen
  • 4Ursachen menschlicher Destruktivität kontrovers diskutieren
  • 5Das System Schule mit dem Konzept der „Banalität des Bösen“ performativ konfrontieren
  • 6Alteritätserfahrungen in Therapie, Kunst, Kultur und Social Media als Möglichkeiten des Abbaus von Selbsttäuschungen erkennen und formulieren
  • 7Konsequenzen beider Konzepte für eigene Lebensentwürfe erläutern
  • 8Unterschiedlichkeit von immanenter und externer Kritik nachweisen
  • 9zur „Banalität des Bösen“ Stellung beziehen
  • 10Ja, Nein, Vielleicht?
  • 11einen philosophischen Fragebogen zur Entwicklung tragfähiger Lebensentwürfe konzipieren
Krawall und Kitsch – Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt reflektieren
10 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1beeindruckende Erfahrungen mit Kunstwerken und (eigenem) künstlerischen Schaffen umfassend beschreiben
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: Kontroversen um Kunstwerke nachvollziehen
  • 3Performance-Kunst als Beispiel autonomer Ästhetik erörtern
  • 4sich mit sozial -ökonomischen Bedingungen künstlerischer Tätigkeit und Repräsentation in globaler Perspektive auseinandersetzen
  • 5Zugänge zur Kunst als künstlerische Performance gestalten und ihre Wirkungsabsicht philosophisch begründen
  • 6Kunstwerke in ihren vielfältigen, auch historischen, Erscheinungsweisen darstellen
  • 7Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt interpretieren
  • 8Freiheit der Kunst als Ideal und Grundrecht kritisch prüfen
  • 9Digitalisierung als Chance und Gefahr für die Kunstwelt diskutieren
  • 10eine kontroverse (digitale) Kunstausstellung entwerfen und deren Konzept philosophisch begründen
Recht und Gerechtigkeit – Legitimation von Herrschaft und Konzepte von Demokratie untersuchen und in Debatten um Gestaltungsfragen Stellung beziehen
11 Kompetenzen
Stunde planen
  • 1Negativitätserfahrungen in Herrschaftsbeziehungen umfassend beschreiben und darin enthaltene individuell bedeutsame philosophische Fragen ableiten
  • 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: verschiedene Setzungen eines Naturzustandes prüfen
  • 3Demokratische Herrschaft unter den Gesichtspunkten von Partizipation, Repräsentation und Deliberation erläutern
  • 4Reproduktion von Ungleichheit in Arbeit, Sorge und Politik problematisieren
  • 5Herrschaftsfreier Diskurs als Illusion?
  • 6in einer Kontroverse um gerechte Lösungen für gesellschaftliche Probleme Stellung beziehen
  • 7Etablierung staatlicher Souveränität als Bedingung für die Geltung von Recht interpretieren
  • 8Gewährleistung von Sicherheit, Freiheit, Gleichheit und Allgemeinwohl als Aufgaben und Legitimationskriterien für das staatliche Gemeinwesen aufzeigen
  • 9unterschiedliche Konzeptionen von „Öffentlichkeit“ unter Bedingungen der digitalen Gesellschaft analysieren
  • 10Unabschließbarkeit demokratischer Prozesse reflektieren
  • 11Visionen für eine weitere Demokratisierung der Demokratie, Umgestaltung der Wirtschaft und für eine globale Friedensordnung entwerfen
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Häufige Fragen

Lehrplan Philosophie – Gymnasium Sachsen-Anhalt

Wie viele Kompetenzen umfasst der Lehrplan Philosophie für Gymnasium in Sachsen-Anhalt?+

Der Lehrplan Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt umfasst 82 Kompetenzen, gegliedert in 8 Lernbereiche über 3 Jahrgangsstufen.

Welche Lernbereiche deckt Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt ab?+

Zu den Lernbereichen gehören unter anderem: Vom Staunen zum Denken – Philosophie als Möglichkeit einer Herangehensweise zur Erschließung der Welt diskutieren, Das Ich in der Welt – philosophische Auffassungen von Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt erörtern (Einführungsphase), Sprache und Macht – manipulative und emanzipative Dimensionen von Sprache als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels entdecken und gestalten, Individuum und Gemeinschaft – Konfliktfelder individueller Freiheit in sozialen Gefügen problematisieren und eigenständig präsentieren, Kritik des Wissens – die Vielfalt menschlicher Wissensformen erfassen und für die Lösung globaler Probleme erschließen, Freiheit und Existenz – Das Problem der Rationalität in ihren anthropologischen und ethisch -moralischen Dimensionen diskutieren und ihre Entfaltungsmöglichkeiten beurteilen, Krawall und Kitsch – Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt reflektieren, Recht und Gerechtigkeit – Legitimation von Herrschaft und Konzepte von Demokratie untersuchen und in Debatten um Gestaltungsfragen Stellung beziehen.

Wie plane ich eine Unterrichtsstunde Philosophie passend zum Lehrplan?+

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Ist dieser Lehrplan Philosophie aktuell?+

Ja. Die Kompetenzen und Lernbereiche folgen dem gültigen Lehrplan für Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt.