Aufbau
Lernbereiche nach Jahrgangsstufe
- Vom Staunen zum Denken – Philosophie als Möglichkeit einer Herangehensweise zur Erschließung der Welt diskutieren
- Das Ich in der Welt – philosophische Auffassungen von Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt erörtern (Einführungsphase)
- Sprache und Macht – manipulative und emanzipative Dimensionen von Sprache als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels entdecken und gestalten
- Individuum und Gemeinschaft – Konfliktfelder individueller Freiheit in sozialen Gefügen problematisieren und eigenständig präsentieren
- Kritik des Wissens – die Vielfalt menschlicher Wissensformen erfassen und für die Lösung globaler Probleme erschließen
- Freiheit und Existenz – Das Problem der Rationalität in ihren anthropologischen und ethisch -moralischen Dimensionen diskutieren und ihre Entfaltungsmöglichkeiten beurteilen
- Krawall und Kitsch – Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt reflektieren
- Recht und Gerechtigkeit – Legitimation von Herrschaft und Konzepte von Demokratie untersuchen und in Debatten um Gestaltungsfragen Stellung beziehen
Kompetenzen im Detail
Was Schüler:innen können sollen
Jahrgangsstufe 9
- 1Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: an einem selbst gewählten Beispiel Alltagssituationen, Kunst oder populärwissenschaftliche Probleme in ihrem Kern erfassen
- 2den Begriff Philosophie in verschiedenen Bestimmungen analysieren
- 3einen platonischen Dialog als Beispiel für die Methode dialektischen Denkens nachvollziehen und diese darstellend erproben
- 4Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
- 5die Idee eines gedanklichen Hinausgehens über die Welt grafisch gestalten und interpretieren
- 6bewusst verschiedene Sichtweisen einnehmen üben
- 7die Fortsetzung eines platonischen Dialogs durch Künstliche Intelligenz auf Plausibilität und Relevanz prüfen
- 8sich mithilfe von Denkmälern, Statuen, Street-Art, Gedichten oder literarischen Texten mit den vier philosophischen Grundfragen auseinandersetzen
- 9mithilfe eines selbst erstellten Produktes (z. B. szenisches Spiel, Kurzvideo oder Selfie) das eigene Selbstbild im Verhältnis zur Welt in Beziehung setzen
- 1der Mensch in der (Um-)Welt: Die Gestaltungsmöglichkeiten und -grenzen des Menschen in der Welt beschreiben
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: zu Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt philosophische Fragen formulieren
- 3einen Begriff des Menschen angesichts seiner Begrenzungen entwerfen
- 4über den Menschen als unvollkommenes Gemeinschaftswesen diskutieren
- 5„Allein bin ich gern zu zweit.“
- 6Bezüge des Menschen zum Tier als Spiegel seines Weltverhältnisses beschreiben und interpretieren
- 7philosophische Argumentationen zum Menschen überprüfen, z. B. zum Menschen als ein seine Lebensgrundlagen zerstörendes Wesen
- 8Standpunkte zur Leiblichkeit des Menschen analysieren
- 9die menschliche Kultur als Ausgleich natürlicher Unzulänglichkeiten reflektieren
- 10in einem philosophischen Essay zu anthropologischen Grundfragen eine plausible Gedankenführung entwickeln
Jahrgangsstufe 10
- 1diverse Zeichenphänomene detailliert erkennen und ihren Sprachcharakter beschreiben
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: Sprachformen und Denkweisen in Zusammenhang mit unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen interpretieren
- 3Alltagssprache auf ihre spr echakttheoretischen Voraussetzungen untersuchen
- 4sprachphilosophische Positionen z u einer Debatte um einen herrschaftsfreien Diskurs analysieren
- 5ein Denktagebuch zum manipulativen sowie emanzipativen Gebrauch von Sprache in gesellschaftlichen Konfliktsituationen verfassen
- 6Erweiterungen und Begrenzungen symbolischer Kommunikation in alltäglichen Gesprächssituationen und in digitalen Medien offenlegen
- 7das Etablieren einer internationalen Verkehrssprache als Herausforderung für ein globales Miteinander nachvollziehen und problematisieren
- 8Sprechakte im Kontext von Herrschaft und Unterdrückung auch in globalen Kontexten präzise offenlegen
- 9aus sprachtheoretischer Perspektive über Sprachverbote im Kontext von Rassismus, Sexismus und Antisemitismus diskutieren
- 10Ausdrucksformen von Sprache vielfältig künstlerisch darstellen
- 1positive, ambivalente und negative Aspekte des Alleinseins umfassend beschreiben
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: negative und positive Freiheit in ethischen, politischen und gesellschaftlichen Kontexten untersuchen
- 3verantwortungs- und gesinnungsethische Positionen, z. B. im Kontext von Flucht und Migration, analysieren
- 4zur Frage, ob Gesellschaften ohne allgemeingültige moralische Maßstäbe auf Dauer existieren können, Stellung beziehen
- 5„Es gibt kein richtiges Leben im falschen ?“
- 6Gefahren des Individualismus diskutieren
- 7Möglichkeiten zur Überwindung von Entfremdung in sozialen Gefügen reflektieren oder eigene Vorschläge für Institutionen, wie den schulischen Lern- und Bildungsort im Sinne der Teilhabe aller, ableiten
- 8Gemeinschaft als Bezugspunkt für die Entwicklung von sozialer und personaler Identität bestimmen
- 9Wechselspiel von Abhängigkeit und Freiheit des Individuums in der Gesellschaft anhand literarischer oder filmischer Beispiele interpretieren
- 10Überleben, gutes Leben, sinnerfülltes Leben als Elemente für die Frage nach dem geglückten Leben für Individuen definieren
Jahrgangsstufen 11–12
- 1Erfahrung von Natur in lebensweltlichen und wissenschaftlichen Kontexten beschreiben und das dabei gewonnene Wissen vergleichen
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: das Ideal von Wissenschaft als methodisch organisierte Produktion von Wissen nachvollziehen
- 3Pluralistische Kritik am Ideal universellen Wissens rekonstruieren und auf ihre Prämissen hin erschließen
- 4das Ideal objektiven, universell gültigen und neutralen Wissens kritisch reflektieren
- 5KI als Heilsbringer?
- 6Bedingungen der Möglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis an ausgewählten philosophischen Texten erschließen
- 7das Konzept situierten Wissens in globalen Kontexten exemplarisch analysieren und selbstständig verwenden
- 8die kulturelle Bedingtheit der Wahrnehmung globaler Probleme exemplarisch untersuchen
- 9das Eingebundensein in beide Erfahrungsräume verständlich beschreiben
- 10Einordnungen von statistikbasierten Sprachmodellen und Entscheidungen der Künstlichen Intelligenz philosophisch reflektieren
- 11ein Konzept für eine Schulprojektwoche auf der Basis pluralistischer Modelle wissenschaftlicher Forschung und Lehre entwickeln
- 1Irrtum, Willensschwäche und Selbsttäuschung als Hindernisse für die Verwirklichung rationalen Handelns anhand von lebensweltlichen Beispielen umfassend beschreiben
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r -Denken: Fragen zum Verständnis des Menschen aus psychoanalytischer und existenzialistischer Perspektive stellen
- 3Bedingungen rationalen Handelns aus der Perspektive von Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen untersuchen
- 4Ursachen menschlicher Destruktivität kontrovers diskutieren
- 5Das System Schule mit dem Konzept der „Banalität des Bösen“ performativ konfrontieren
- 6Alteritätserfahrungen in Therapie, Kunst, Kultur und Social Media als Möglichkeiten des Abbaus von Selbsttäuschungen erkennen und formulieren
- 7Konsequenzen beider Konzepte für eigene Lebensentwürfe erläutern
- 8Unterschiedlichkeit von immanenter und externer Kritik nachweisen
- 9zur „Banalität des Bösen“ Stellung beziehen
- 10Ja, Nein, Vielleicht?
- 11einen philosophischen Fragebogen zur Entwicklung tragfähiger Lebensentwürfe konzipieren
- 1beeindruckende Erfahrungen mit Kunstwerken und (eigenem) künstlerischen Schaffen umfassend beschreiben
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: Kontroversen um Kunstwerke nachvollziehen
- 3Performance-Kunst als Beispiel autonomer Ästhetik erörtern
- 4sich mit sozial -ökonomischen Bedingungen künstlerischer Tätigkeit und Repräsentation in globaler Perspektive auseinandersetzen
- 5Zugänge zur Kunst als künstlerische Performance gestalten und ihre Wirkungsabsicht philosophisch begründen
- 6Kunstwerke in ihren vielfältigen, auch historischen, Erscheinungsweisen darstellen
- 7Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt interpretieren
- 8Freiheit der Kunst als Ideal und Grundrecht kritisch prüfen
- 9Digitalisierung als Chance und Gefahr für die Kunstwelt diskutieren
- 10eine kontroverse (digitale) Kunstausstellung entwerfen und deren Konzept philosophisch begründen
- 1Negativitätserfahrungen in Herrschaftsbeziehungen umfassend beschreiben und darin enthaltene individuell bedeutsame philosophische Fragen ableiten
- 2Vor-Denken, Mit-Denken, Nach-Denken, Weiter-Denken, Um-Denken und Que(e)r-Denken: verschiedene Setzungen eines Naturzustandes prüfen
- 3Demokratische Herrschaft unter den Gesichtspunkten von Partizipation, Repräsentation und Deliberation erläutern
- 4Reproduktion von Ungleichheit in Arbeit, Sorge und Politik problematisieren
- 5Herrschaftsfreier Diskurs als Illusion?
- 6in einer Kontroverse um gerechte Lösungen für gesellschaftliche Probleme Stellung beziehen
- 7Etablierung staatlicher Souveränität als Bedingung für die Geltung von Recht interpretieren
- 8Gewährleistung von Sicherheit, Freiheit, Gleichheit und Allgemeinwohl als Aufgaben und Legitimationskriterien für das staatliche Gemeinwesen aufzeigen
- 9unterschiedliche Konzeptionen von „Öffentlichkeit“ unter Bedingungen der digitalen Gesellschaft analysieren
- 10Unabschließbarkeit demokratischer Prozesse reflektieren
- 11Visionen für eine weitere Demokratisierung der Demokratie, Umgestaltung der Wirtschaft und für eine globale Friedensordnung entwerfen
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Häufige Fragen
Lehrplan Philosophie – Gymnasium Sachsen-Anhalt
Wie viele Kompetenzen umfasst der Lehrplan Philosophie für Gymnasium in Sachsen-Anhalt?+
Der Lehrplan Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt umfasst 82 Kompetenzen, gegliedert in 8 Lernbereiche über 3 Jahrgangsstufen.
Welche Lernbereiche deckt Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt ab?+
Zu den Lernbereichen gehören unter anderem: Vom Staunen zum Denken – Philosophie als Möglichkeit einer Herangehensweise zur Erschließung der Welt diskutieren, Das Ich in der Welt – philosophische Auffassungen von Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt erörtern (Einführungsphase), Sprache und Macht – manipulative und emanzipative Dimensionen von Sprache als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels entdecken und gestalten, Individuum und Gemeinschaft – Konfliktfelder individueller Freiheit in sozialen Gefügen problematisieren und eigenständig präsentieren, Kritik des Wissens – die Vielfalt menschlicher Wissensformen erfassen und für die Lösung globaler Probleme erschließen, Freiheit und Existenz – Das Problem der Rationalität in ihren anthropologischen und ethisch -moralischen Dimensionen diskutieren und ihre Entfaltungsmöglichkeiten beurteilen, Krawall und Kitsch – Kunst und Kunstwerke als Konventionen überschreitende Zugänge zur Welt reflektieren, Recht und Gerechtigkeit – Legitimation von Herrschaft und Konzepte von Demokratie untersuchen und in Debatten um Gestaltungsfragen Stellung beziehen.
Wie plane ich eine Unterrichtsstunde Philosophie passend zum Lehrplan?+
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Ist dieser Lehrplan Philosophie aktuell?+
Ja. Die Kompetenzen und Lernbereiche folgen dem gültigen Lehrplan für Philosophie am Gymnasium in Sachsen-Anhalt.