Aufbau
Lernbereiche nach Jahrgangsstufe
- Hören, Sprechen und Zuhören
- Lesen – mit Texten umgehen
- Schreiben
- Sprache entwickeln und Sprachgebrauch untersuchen
Kompetenzen im Detail
Was Schüler:innen können sollen
Jahrgangsstufe 0
- 1sprechen Laute und Silben verständlich artikuliert aus, auch solche, die in der Erstsprache nicht vorkommen.
- 2verstehen die Bedeutung einzelner gehörter Wörter mithilfe von Veranschaulichungen, Erklärungen und Handlungen im Gesprächskontext und zeigen dies bei der Bewältigung von Kommunikationssituationen.
- 3sprechen vorgegebene Satzmuster nach, halten dabei Wortgrenzen ein und rekonstruieren Intonation, Sprachmelodie und ‑rhythmus.
- 4äußern Bedürfnisse, Fragen sowie Anliegen entsprechend ihrem individuellen Sprachstand und beteiligen sich damit am Unterrichtsgespräch.
- 5erzählen, evtl. unterstützt durch mitgebrachte Gegenstände oder Fotos, zu ihrer eigenen Person und ggf. aus ihrer Lebensgeschichte.
- 6nutzen wiederkehrende Rituale des Unterrichts, um sprachlich aktiv und sicher zu werden (z. B. beim Einhalten von Begrüßungsformen, bei regelmäßig stattfindenden Gesprächskreisen).
- 7unterscheiden Vokale (Monophthonge und Diphthonge) und Konsonanten des Deutschen, ggf. auch solche, die in der Erstsprache nicht vorhanden sind.
- 8setzen beim Sprechen angemessene körpersprachliche Ausdrucksmittel ein (z. B. Gestik, Mimik, Körperhaltung, Blickkontakt) und reflektieren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede.
- 9nutzen für ihre Präsentationen erarbeitete Begriffe und Redewendungen inhaltlich und sprachlich korrekt.
- 10unterscheiden formelle von informellen Sprechsituationen (z. B. Bewerbungsgespräch versus Pausenunterhaltung) und drücken sich adäquat in geübten sowie originalen Begegnungen aus.
- 11beachten grundlegende Gesprächs- und Diskussionsregeln (z. B. andere ausreden lassen, sich melden und abwarten) und Verhaltenskonventionen (z. B. höflicher Umgangston, Blickkontakt, Nähe bzw. Distanz) und reflektieren diese auch im Vergleich zu anderen Sprachkulturen.
- 12sammeln und sortieren Begriffe (z. B. mithilfe von Mindmaps, Tabellen, Wörterheften) und nutzen deren Zusammenhänge für eigene Gesprächsbeiträge.
- 13hören Gesprächsbeiträgen zu, indem sie sich der Sprachquelle oder Person bewusst zuwenden.
- 14stellen Begriffe, sprachliche Wendungen und Gefühle pantomimisch dar.
- 15sprechen Dialoge zunehmend frei, indem sie sprachstandsgemäß verbale und nonverbale sowie stimmliche Mittel einsetzen.
- 16reagieren bewusst und zielgerichtet in Gesprächssituationen mit eingeübten Sprachmustern und verfügbaren sprachlichen Mitteln (z. B. bei Bedürfnissen, Gefühlen, Gedanken, Wünschen, Informationen, Auskünften).
- 17unterteilen Wörter in Sprechsilben, um ihre phonologische Bewusstheit und Sprechfähigkeit zu schulen.
- 18beteiligen sich an einem Gespräch mithilfe verfügbarer Sprachmuster (z. B. Satzanfänge: Ich bin der Meinung, dass …, Andererseits finde ich …; adverbiale Satzanschlüsse: weil, obwohl) und bilden damit Argumente (Behauptung, Begründung, Beispiel).
- 19lesen, sprechen oder spielen Rollen zur Überwindung von Sprachbarrieren sowie zur Vertiefung, Festigung und Erweiterung sprachlicher Strukturen.
- 20verstehen Inhalte von Gesprächsbeiträgen sinngemäß und geben diese mit eigenen Worten wieder.
- 21gestalten Aussage-, Frage- und Aufforderungssätze durch die im Deutschen typischen Satzmelodien.
- 22erkennen vertraute Wortbausteine, Wörter und Wortzusammensetzungen (Komposita) und wenden diese in Sprechsituationen an.
- 23wenden fachspezifischen und themenorientierten Wortschatz situationsangemessen an.
- 24benennen die Stellung der Laute im Wort (z. B. das /b/ als Anlaut, Inlaut und Endlaut), um Lautfolgen zu analysieren und zu synthetisieren.
- 25tragen Verse, Reime, Gedichte, Lieder oder Dialoge vor, ggf. auch in ihrer Erstsprache, indem sie sprachstandsgemäß die Vortragskriterien (z. B. Satzmelodie, Lautstärke, Körpersprache, Blickkontakt, Sprechtempo, Artikulation) unter besonderer Beachtung der Metrik und des Rhythmus berücksichtigen.
- 26setzen literarische Texte, auch aus unterschiedlichen Kultur- und Sprachräumen, in Szenen um.
- 27überwinden Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten (z. B. fehlender Wortschatz, fehlende Kenntnisse in der Flexion der Verben) durch geeignete Strategien (z. B. Gestik und Mimik, Umschreiben, Code-Switching, Code-Mixing, Pausen), die die Gesprächspartnerin bzw. den Gesprächspartner zur Hilfestellung auffordern.
- 28verstehen die Anweisungen im Unterricht und setzen diese adäquat um.
- 29stellen den für einen publikumsnahen Vortrag adäquaten Kontakt her, indem sie Formen der Begrüßung, der Vorstellung, der Danksagung sowie der Verabschiedung mittels sprachlicher Wendungen und begleitender Gesten berücksichtigen.
- 30setzen je nach Situation verbale (z. B. Höflichkeitsformeln, sprachliche Wendungen) und nonverbale (z. B. Körpersprache, Distanzverhalten, Ausrufe) Mittel zur Kontakt- und Gesprächsaufnahme ein, ggf. auch im Vergleich zu denen anderer Kulturkreise.
- 31unterscheiden im Deutschen schwer zu differenzierende Laute und Lautgruppen (z. B. ähnlich klingende Laute /s/ – /ʃ/, /ɛ:/ – /ɛ/, /x/ – /ç/ und spezifische Laute des Deutschen /pf/, /ʃt/, /ᵑ/), um diese richtig auszusprechen.
- 32sprechen Wörter in Sprechsilben, um bestimmte Wortbausteine (z. B. Präfixe, Suffixe) herauszuhören bzw. zu identifizieren.
- 33erschließen sich mithilfe bekannter Wörter und Wendungen unter Berücksichtigung nonverbaler Kommunikationsstrategien den Inhalt unterrichtlicher Kommunikation.
- 34gleichen nonverbale Kommunikationsmittel mit der Bedeutung in ihrer Erstsprache (Kopfbewegung von unten nach oben bedeutet z. B. in Griechenland und der Türkei nein) ab, um diese in Sprechsituationen richtig zu interpretieren.
- 35sprechen mehrsilbige Wörter flüssig und klar akzentuiert aus.
- 36formulieren zielsprachliche Wendungen und Sätze entsprechend ihrem individuellen Sprachstand.
- 37beschreiben und erklären Sachverhalte und Vorgänge (z. B. Zubereitung von Speisen, Bastelanleitung) unter zunehmender Verwendung der schulischen Fachsprache (z. B. sägen, abmessen), indem sie z. B. Arbeitsergebnisse vortragen.
- 38erzählen Geschichten und berichten zunehmend strukturierter und umfangreicher über Erlebnisse, auch nach Vorgaben (z. B. zu Bildern, zu Gegenständen).
- 39nutzen verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme zur Einbindung der Gesprächspartnerinnen und ‑partner (z. B. Lautstärke, Stimmhöhe, Sprachmelodie).
- 40nutzen Stichwortsammlungen zur besseren Strukturierung und Rhythmisierung für einen reibungslosen und flüssigen Ablauf der Präsentation.
- 41drücken durch Intonation, Mimik und Gestik Aussagen, Wünsche und Aufforderungen im direkten Gespräch auch mit einfachen sprachlichen Mitteln aus.
- 42setzen geeignete sprachliche Mittel und Wendungen ein, um Kompromisse und eigene Meinungen bzw. Standpunkte mithilfe von Thesen zu formulieren.
- 43erarbeiten kurze dialogische Alltagsszenen, auch mithilfe von Impulsen (z. B. Stichwörter, Fotos) und stellen diese sprachlich nach (z. B. beim Entschuldigen, beim Erfragen des richtigen Wegs, beim Einkauf).
- 44gestalten Aufführungen für Zuschauerinnen und Zuschauer in deutlicher Aussprache, zunehmend frei sprechend und unter Zuhilfenahme von Mimik und Gestik.
- 45diskutieren eigene und fremde Meinungen, Standpunkte und Wertvorstellungen sachlich und wertschätzend, überdenken diese und akzeptieren auch abweichende Positionen.
- 46setzen fachsprachliche Arbeitsanweisungen zur Bewältigung von Aufgabenstellungen um, indem sie Hilfen nutzen (z. B. Veranschaulichungen, Wortlisten, Nachschlagewerke, Verlaufspläne, Filmsequenzen).
- 47spielen ihre Rolle empathisch und zunehmend realistisch, indem sie das Feedback der Gruppe nutzen.
- 48holen zum Verstehen notwendige sprachliche und inhaltliche Informationen durch situationsangemessenes Nachfragen ein.
- 49erfinden und improvisieren alltagssprachliche Szenen und übernehmen verschiedene Rollen zur Antizipation realer Sprechsituationen.
- 50erkennen bedeutungstragende Unterschiede bei ähnlich klingenden Lauten (z. B. Länge/Kürze wie kam – Kamm, fühlen – füllen), um das Gesagte eindeutig zu verstehen und ein orthographisches Verständnis anzubahnen.
- 51betonen mehrsilbige Wörter entsprechend den Ausspracheprinzipien der deutschen Sprache (Betonung meist auf der Stammsilbe und trennbaren Vorsilben bei Verben) und achten dabei auf bedeutungsverändernde Betonung (z. B. Hochzeit – Hochzeit, umfahren – umfahren) sowie weitere Ausnahmen in der Aussprache (z. B. bei Fremdwörtern).
- 52überprüfen und korrigieren ihre Formulierungen hinsichtlich Aussprache, Betonung und sinnvoll gesetzten Sprechpausen, indem sie sich an Sprachvorbildern (z. B. Lehrkraft, Nachrichtensprecherin bzw. ‑sprecher) orientieren.
- 53präsentieren sprachstandsgemäß unterstützt durch geeignete Medien (z. B. Plakat, Bildschirmpräsentationen) einen von ihnen selbst erarbeiteten, strukturierten und informativen Vortrag.
- 54stellen Arbeitsergebnisse vor, indem sie Wesentliches medienunterstützt hervorheben und veranschaulichen (z. B. durch Gegenstände, Bilder, Plakate, Präsentationssoftware).
- 55bewältigen unerwartete oder thematisch gebundene Sprechsituationen, indem sie sich zunehmend flexibel, spontan und frei entsprechend ihrem individuellen Sprachstand äußern.
- 56gestalten dem Sprachstand entsprechende Situationen und Dialoge (z. B. Auskunft auf dem Amt, Bewerbungsgespräche) und greifen dazu auf sprachliche Wendungen, Mimik und Gestik zurück.
- 57treffen in Gesprächen (z. B. in Partner- und Gruppenarbeit) gemeinsame Zielvereinbarungen (z. B. Klassenregeln, Ausflug, Konfliktbewältigung), halten diese schriftlich fest und präsentieren sie anschließend im Klassenplenum.
- 58wenden rhetorische Mittel (z. B. Alliterationen, sprachliche Bilder) im individuellen Lernprozess an geeigneter Stelle richtig und bewusst an.
- 59reflektieren selbstkritisch ihre Präsentation, indem sie die Meinung der Zuhörerinnen und Zuhörer einholen, um den eigenen Lernzuwachs zu sichern.
- 60tragen Texte, auch aus anderen Kulturkreisen, bei internen bzw. externen Veranstaltungen (z. B. bei Aufführungen, Feiern, Lesewettbewerben) sprachstandsgemäß vor.
- 61verknüpfen Ähnlichkeiten und Unterschiede der Laute aus Erst- und Zweitsprache ggf. anhand von mehrsprachigen Anlauttabellen, um metasprachliche Reflexionen anzustellen und Sprachbewusstheit zu schaffen.
- 62nutzen bereits erworbene bzw. bereitgestellte Ankerbegriffe und Signalwörter zum Verständnis zentraler Aussagen in sprachlichen Äußerungen, auch in fachsprachlichen Texten.
- 63nutzen konstruktives und wertschätzendes Feedback der Mitschülerinnen und Mitschüler zur Weiterentwicklung eigener Vorträge.
- 64unterscheiden in zunehmend längeren und komplexeren Gesprächssituationen wesentliche von unwesentlichen Aussagen anhand gezielter Fragen bzw. Anmerkungen zum Gesagten und durch nonverbale Kommunikation.
- 65verstehen zunehmend komplexere Aussagen verschiedener Sprecherinnen und Sprecher in unterschiedlichen Medien (z. B. Radiobeitrag, Fernsehdiskussion) und geben Gehörtes, Gelesenes sowie Gesehenes (z. B. in Büchern, Musik, Videoclips, Filmen) mit eigenen Worten wieder.
- 1lesen am persönlichen Sprachstand orientierte, altersgemäße Texte, um Lesefreude zu entwickeln und zu erhalten.
- 2bilden bei der Textbegegnung Bezüge zu ihren bisherigen Leseerfahrungen, ggf. aus literarischen Texten ihrer Erstsprache.
- 3unterscheiden verschiedene Textsorten (im privaten Raum: z. B. E‑Mail, Tagebucheintrag, Brief; im öffentlichen Raum: z. B. Anzeigen, Gebrauchsanweisungen, Zeitungsberichte) auf individuellem Sprachstand anhand typischer Merkmale des äußeren Textaufbaus und wenden diese Kriterien bei der eigenen Textproduktion an.
- 4setzen Inhalte des Gelesenen handlungsorientiert um (z. B. dialogisch, illustrierend, spielerisch darstellend, audiovisuell, musikalisch) und finden so einen leichteren kognitiven wie affektiven Zugang zum Textinhalt.
- 5wenden bei der Textanalyse ihr Wissen über gesellschaftliche und kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die Vielfalt kultureller Deutungsmuster an.
- 6benennen sprachliche Mittel und erkennen, dass deren bewusster Einsatz eine bestimmte Wirkung erzeugen soll (z. B. sprachliche Stilmittel, Wortwahl), um diese ggf. für eigene Textproduktionen zu nutzen.
- 7ordnen Buchstaben des deutschen Schriftsystems den entsprechenden Lauten zu.
- 8halten die im Deutschen übliche Leserichtung von links nach rechts ein und finden die richtige Zeile nach dem Zeilenumbruch.
- 9nutzen Nachschlagewerke (z. B. Wörterbücher, Lexika, Glossare, Sachbücher, Suchmaschinen, zweisprachige Wortlisten, Lerntagebücher) zur Texterschließung.
- 10lesen Wörter, Sätze und Textabschnitte laut vor, um ihr Lesetempo und ihre Lesesicherheit zu steigern.
- 11steigern ihre Leseflüssigkeit, Lesegenauigkeit, Lesegeschwindigkeit sowie die Sinnerfassung von Wörtern und Sätzen durch regelmäßige Übung und nutzen unterstützende Hinweise (z. B. von einer Lesepartnerin oder einem Lesepartner).
- 12nutzen unterschiedliche Textquellen (z. B. aus Werbeprospekt, Zeitschrift, Zeitung, Internet, Buch, Hörspiel, Film), um vielfältige und anregende Zugänge zur deutschen Sprache zu finden, weiterführende Leseerfahrungen zu machen und so Lesefreude und ‑verständnis zu fördern sowie zu vertiefen.
- 13geben Textinhalte und Eindrücke, ggf. Assoziationen, Erfahrungen und Gefühle, auch spontan, wieder und vergleichen sie im Austausch mit anderen Schülerinnen und Schülern.
- 14analysieren den inneren Textaufbau verschiedener Textsorten und übertragen die ermittelten Merkmale je nach individuellem Sprachstand auf die eigene Textproduktion.
- 15erlesen Wörter, Sätze und Texte in unterschiedlichen Schriftarten.
- 16stellen Texte grafisch dar, um Inhalte, Aufbau, Beziehungen von Protagonistinnen bzw. Protagonisten, Zuschreibungen von Eigenschaften und Handlungen zu verdeutlichen und so das Textverständnis zu erleichtern.
- 17tragen literarische Texte wirkungsvoll vor (z. B. durch Lautstärke, Betonung, Stimmlage, Sprechtempo, Rhythmisierung, bewusste Pausensetzung, nonverbale Kommunikationsmittel), um deren ästhetische Wirkung zu verdeutlichen.
- 18untersuchen ggf. motivgleiche literarische Texte aus verschiedenen Ländern und entwickeln somit ein Gespür für gesellschaftsrelevante Themen.
- 19schlagen Schlüsselbegriffe, ggf. vorgegeben, aus dem Text im Wörterbuch nach und setzen diese angeleitet mit dem Wortschatz aus der Textvorlage in Beziehung (z. B. Cluster, Mindmap).
- 20erkennen orthographische Besonderheiten typisch deutscher Buchstabenverbindungen (z. B. <au>, <äu>, <eu>, <ei>, <ie>, <ck>, <ch>, <sch>, <pf>, <st>) und lesen sie als lautliche Einheit.
- 21nutzen sinntragende Morpheme und Silben der deutschen Sprache zum Wortverständnis.
- 22erkennen Sinnabschnitte im Satz, stellen Beziehungen zwischen Sätzen her (z. B. deshalb, sobald) und nutzen Interpunktion als Lesehilfe zur sinnerfassenden Rezeption.
- 23erschließen Inhalte und Bedeutungen sowohl aus ihrem Vorwissen als auch aus dem Textzusammenhang und geben sie mit eigenen Worten im Gespräch wieder.
- 24wenden Lesetechniken zum Global- und Detailverständnis an (z. B. selektierendes, orientierendes, kursorisches, detailliertes Lesen).
- 25nutzen Angebote zum Lesen (z. B. Leseecken, Büchereien, Buchhandlungen, Mediatheken) und erfahren so die Vielfalt des Lesens.
- 26ermitteln gattungs- und textsortenspezifische Merkmale (formal und inhaltlich) in literarischen Werken im Hinblick auf Redeabsicht und Gehalt (z. B. Kurzgeschichte).
- 27untersuchen pragmatische Texte nach typischen Merkmalen und verschiedenen Kategorien (z. B. Fachsprache, Satzbau, Sprachebene) und erkennen deren Auswirkungen.
- 28konkretisieren, transformieren und rekonstruieren Texte (z. B. Analogietexte, Wechsel der Erzählperspektive) und gelangen so zu einem besseren Textverständnis.
- 29ermitteln kulturgeographische und historische Hintergründe in Texten (z. B. über Quellentexte, Filmmaterial), um das Geschehen den jeweiligen Zeitumständen zuzuordnen.
- 30entschlüsseln sprachliche Mittel (z. B. Metapher, Symbol) zum Verständnis des Textes, ggf. auch im Vergleich zur Erstsprache.
- 31wählen mediale Angebote entsprechend ihren eigenen Interessen aus.
- 32unterscheiden Textsorten nach der von der Verfasserin bzw. vom Verfasser angestrebten Schreibabsicht und erkennen deren Wirkung (z. B. informativ, appellativ, regulativ, instruierend, unterhaltend).
- 33beschreiben und werten im Gespräch Textaussagen und entwickeln eigene Deutungen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Erfahrungen.
- 34erklären ethische Aspekte in Texten und reflektieren diese vor dem Hintergrund eigener Wertvorstellungen.
- 35erlesen Textinhalte, indem sie sich unbekannte Begriffe mithilfe des bereits vorhandenen rezeptiven Wortschatzes in der Zweitsprache erschließen, beginnend mit kurzen Texten (z. B. Hinweisschilder, Sprichwörter, Werbebotschaften, Kurzmeldungen in Zeitungen, Gedichte).
- 36lesen Sätze in der Zweitsprache zunehmend flüssig, in angemessenem Tempo und korrekter Aussprache.
- 37erlesen Lautgruppen, einfache Wörter und Wortzusammensetzungen synthetisierend.
- 38legen zu dem Gelesenen themenzentriert Wortschatzsammlungen (z. B. geordnete Wortkarteien, Vokabelhefte) an, um ihren rezeptiven Wortschatz zu erweitern und zu festigen.
- 39setzen im Lesevortrag bewusst sinnunterstützende Pausen, indem sie sich an Satzzeichen orientieren.
- 40erfassen häufige Buchstabenverbindungen und Wörter auf einen Blick (z. B. Sichtwortschatz, Blitzlesen), um ihr Lesetempo zu steigern.
- 41stellen ihre Lieblingsbücher innerhalb der Klasse vor und schildern eigene Leseerlebnisse.
- 42verwenden die in der deutschen Sprache passende Sprachmelodie zur Unterscheidung von Aussage-, Frage- und Aufforderungssätzen.
- 43stellen Fragen an den Text und beantworten Fragen zum Text, um sich intensiver mit dem Text zu beschäftigen und den Inhalt zu erfassen.
- 44wählen gezielt anregende Texte und Geschichten für Klassenlesebücher oder Geschichtensammlungen aus und dokumentieren sowie festigen dadurch ihren Zugang zur Zweitsprache Deutsch.
- 45lesen Ziffern und Zahlen in der deutschen Sprechweise (z. B. Zehner-Einer-Umstellung, Jahreszahlen, Uhrzeiten).
- 46geben den Inhalt des Gelesenen umschreibend auf Basis ihres individuellen Sprachstands wieder, um ihr Textverständnis zu belegen.
- 47markieren wichtige Begriffe bzw. Phrasen, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
- 48gliedern den Text in Sinnabschnitte und finden Teilüberschriften, um sich daraus einen Gesamtüberblick zu verschaffen und den Text zusammenzufassen.
- 49erfassen und reflektieren den Textinhalt und schließen Verständnislücken, indem sie das Gelesene besprechen, hinterfragen und diskutieren, ggf. unterstützt durch Fragen an die Lehrkraft oder unter Verwendung von analogen Begriffen, Internationalismen, Wörterbüchern, Übersetzungshilfen sowie Nachschlagewerken.
- 50entnehmen Informationen aus textbegleitenden Darstellungen (z. B. Fotos, Grafiken, Schaubildern, Tabellen) und nutzen diese zur Erfassung des Textinhalts.
- 51belegen die Richtigkeit eigener Aussagen und Annahmen zum Text, indem sie Textstellen finden und zitieren.
- 52übertragen Texte in eine andere Darstellungsform, um Inhalt, Aufbau sowie Beziehungen im Text zu verdeutlichen und besser zu verstehen.
- 53reflektieren den Textinhalt mündlich wie schriftlich (z. B. Fragen zum Text, zur Absicht des Autors), um die Gehaltsebenen von Texten zu erfassen.
- 1bestimmen Schreibabsicht sowie Adressatinnen und Adressaten bei der Planung ihres Textes.
- 2halten einen angemessenen Leseabstand zwischen Wörtern ein.
- 3schreiben gut lesbar und in einer ansprechenden äußeren Form, unter Einhaltung angemessener Buchstaben- und Wortabstände.
- 4schreiben in einer entspannten Körperhaltung.
- 5überprüfen Texte und Textteile auf formale Richtigkeit und tauschen sich mündlich und schriftlich darüber aus.
- 6verwenden persönliche Wörterlisten und Auflistungen mit Strukturhilfen (z. B. Satzanfänge, Satzmuster), um Texte zu überarbeiten.
- 7benennen mündlich und schriftlich gelungene Aspekte im eigenen und im fremden Text und nutzen positive Erkenntnisse für künftige Schreibaufgaben.
- 8setzen sprachliche Mittel und grammatikalische Formen angeleitet ein, um z. B. Lückentexte zu vervollständigen (z. B. fehlende Wörter, Satzteile, Textpassagen).
- 9generieren und gestalten auf spielerische, kreative Weise kleine poetische oder epische Formen nach Anleitung (z. B. Elfchen, Haiku, Schneeballgedicht, Rondell, Rap, Popsong), ggf. auch mit Elementen der Erstsprache.
- 10gestalten Texte übersichtlich, indem sie Zeilen und Ränder einhalten, das Datum notieren sowie Überschriften und besondere Textinhalte farblich bzw. unterstreichend kennzeichnen, um Thematik, Chronologie und Schlüsselbegriffe optisch hervorzuheben.
- 11zeigen ein konstantes Schriftbild, was Neigung, Linienorientierung und Größenverhältnis der Buchstaben betrifft.
- 12erproben und verwenden unterschiedliche Schreibwerkzeuge und passen die Stifthaltung entsprechend an, um ein harmonisches Schriftbild zu erreichen.
- 13überprüfen eigene und fremde Texte hinsichtlich der Wortwahl und ‑bedeutung, der Folgerichtigkeit der inhaltlichen Darstellung sowie der sprachlichen Richtigkeit (Rechtschreibung, Satzbau) mithilfe unterschiedlicher Informationsquellen (z. B. Mustertexte, ein- und zweisprachige Wörterbücher, Grammatikübersichten).
- 14setzen konstruktives und wertschätzendes Feedback von Mitschülerinnen und Mitschülern sowie der Lehrkraft für die eigene Textüberarbeitung um (z. B. in Schreibkonferenzen, offenen Unterrichtssituationen).
- 15wenden die Schritte zur inhaltlichen Konzeption eines Textes (Sammeln, Ordnen, Ergänzen, Formulieren) an.
- 16überprüfen fremde und eigene Texte und Textteile auf inhaltliche Richtigkeit unter Zuhilfenahme idealtypischer Muster und tauschen sich anhand gezielter Kriterien (z. B. Prüffragen, Textlupe) darüber aus.
- 17schreiben eigene Texte, indem sie sprachliche Strukturen aus unterschiedlichen Textsorten nutzen und mit neu erarbeitetem Wortschatz verändern (z. B. Cover, SMS, Werbetext, Hinweistafel, Plakat, Erzählung, Brief, Bericht, Beschreibung, Argumentation, Aufruf, Stellungnahme).
- 18drücken eigene Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen auf ihrem jeweiligen individuellen Sprachstand in freien, anschaulichen und zusammenhängenden Texten aus (z. B. Tagebuch, Erlebniserzählung).
- 19verwenden die Schriftzeichen des Deutschen und stellen diese ggf. der eigenen Schrift gegenüber.
- 20gestalten eine eigene, individuelle Schrift, um einen persönlichen Ausdruck zu finden.
- 21gestalten Texte im Hinblick auf eine geeignete Blatteinteilung mit zweckmäßiger Schriftgröße sowie einheitlichen Zeilenumbrüchen und achten dabei auf sinnvolle Absätze.
- 22nutzen angeleitet Methoden zur Sammlung und Veranschaulichung des benötigten Wortmaterials (z. B. Ideensterne, Kollokationen in Mindmaps, Tabellen, Satzanfänge) und ergänzen den Wortschatz gezielt mithilfe verschiedener Informationsquellen (z. B. Nachschlagewerke, Internet, Zeitungen, Bibliotheken).
- 23formulieren mithilfe einer Wortschatz- und Stichpunktsammlung eine Vorgeschichte, einen abgeänderten Handlungsverlauf oder einen Schluss zu einem vorgegebenen Text.
- 24fassen Inhalte von kontinuierlichen Texten, ggf. nach Anleitung oder mit sprachlichen Hilfen, zusammen (z. B. Sachverhalte wiedergeben, über Geschehnisse berichten).
- 25geben mündlich und schriftlich konkrete Überarbeitungshinweise mittels Feedbackmethoden zu einem fremden Text (z. B. Schreibkonferenz, Expertenteam).
- 26überarbeiten das Geschriebene durch Anwendung von Rechtschreibstrategien und anhand von Korrekturhinweisen (z. B. aus Partnerkorrektur, Schreibkonferenz).
- 27gestalten und illustrieren Texte zur Veröffentlichung (z. B. Präsentation, Referat, Leserbrief, Kommentar, Blog).
- 28beschreiben Vorgänge und erläutern Aussagen von diskontinuierlichen Texten in sachlogischer Abfolge, ggf. nach Anleitung oder mit sprachlichen Hilfen.
- 29nutzen Formulierungshilfen (z. B. Meiner Meinung nach …; Ich denke, dass …) im Hinblick auf Schreibabsicht und Adressatenbezug.
- 30schreiben Texte um, indem sie die Textsorte verändern, weiterführen oder ausgestalten (z. B. eine Kurzgeschichte in einen Comic bzw. ein Märchen, ein Gedicht in eine Erzählung, einen Sachtext in eine Rede, ein Schaubild in einen Fließtext), wodurch sie sich einen weiteren Zugang zur Zweitsprache eröffnen.
- 31überarbeiten, reflektieren und dokumentieren individuelle Fehlerschwerpunkte aus Hinweisen von Fremdüberarbeitungen, um eigene Texte sprachlich zu verbessern.
- 32gestalten und strukturieren Textsorten zweckmäßig, übersichtlich, optisch ansprechend und formal richtig (z. B. Einladung, Gedicht, Rezept) und bringen ggf. ihr Wissen zu Konventionen anderer Kulturräume ein.
- 33legen ein Portfolio an (z. B. selbst verfasste Texte, biografische Erfahrungen), um den eigenen Schreib- und Lernprozess zu dokumentieren, zu reflektieren und ggf. bei Bewerbungen vorzulegen.
- 34gestalten die Schriftzeichen der deutschen Sprache in unterschiedlicher Ausführung (z. B. unterschiedliche Schreibmittel und Schreibmedien, Schreibunterlagen mit variierender Größe und Beschaffenheit) zur Übung, Einprägung und Festigung einer sicheren Stifthaltung und Schreibmotorik.
- 35skizzieren Entwürfe des zu verfassenden Textes, indem sie einen Schreibplan erstellen und die wesentlichen Aussagen hervorheben.
- 36gestalten eigenständige, ggf. auch kreative Texte unter Zuhilfenahme erworbener Schreibstrategien (z. B. angeregt durch Illustrationen, Zeichnungen, Musik, vorgegebenen thematischen Wortschatz).
- 37verfassen formalisierte Texte (z. B. Lebenslauf, Bewerbungsanschreiben, Antrag, Protokoll, Geschäftsbrief), unter Beachtung der jeweils erforderlichen inhaltlichen Merkmale und der äußeren Form.
- 38wählen selbständig zur Veröffentlichung geeignete (eigene oder fremde) Texte (z. B. Geschichten, Lieder, Gedichte) aus, ggf. in einem mehrsprachigen Gemeinschaftsprodukt (z. B. textunterlegtes Bilderbuch, Klassengedichtband), um die Vielfalt von Schreibprodukten aufzuzeigen und wertzuschätzen.
- 39setzen Laute der Zweitsprache in Buchstaben und Buchstabenkombinationen einer unverbundenen oder verbundenen Schrift um.
- 40verwenden die vielfältigen Möglichkeiten von Textverarbeitungsprogrammen (z. B. flexible Korrektur, Einfügen von Bildern und Grafiken) sowie das Informationsangebot des Internets für die Textgestaltung (z. B. Brief, E‑Mail, Referat, Bewerbung).
- 41nutzen eigene Aufzeichnungen (z. B. Sprachtagebuch, individuelle Wörterliste) und verschiedene Informationsquellen (z. B. Nachschlagewerke, Internet), um treffende Formulierungen zu finden.
- 42wandeln Texte in szenische, grafische, zeichnerische, musikalische oder filmische Formen um und präsentieren ihre Ergebnisse in einem öffentlichen Rahmen (z. B. Schaukasten, Schulfest, Jahresbericht, Internet), um Wertschätzung des eigenen Sprachzuwachses zu erfahren.
- 43gestalten (mehrsprachige) Texte (z. B. Rezepte, Gedichte), reflektieren Form und Inhalt im Gespräch und präsentieren ihre Ergebnisse.
- 44stellen die gefundenen Sätze und Formulierungen bzw. Formulierungshilfen in der Reihenfolge der jeweiligen Schreibabsicht zusammen.
- 45vergleichen, überprüfen und verbessern die eigenen Entwürfe (z. B. in einer Schreibkonferenz, mit der Partnerin oder dem Partner, während bzw. nach der Beratung durch die Lehrkraft).
- 46notieren Informationen strukturiert aus Texten, ggf. in Stichpunkten, um sie für die Textproduktion zu nutzen.
- 47integrieren Zitate in eigene Texte unter Beachtung der Zitierregeln, um eigene Argumente zu unterstützen.
- 48fassen Texte zusammen, ggf. unter Zuhilfenahme von Strukturierungs- und Formulierungshilfen, um die wesentlichen Informationen eines Textes herauszufiltern.
- 49schreiben verständlich sachlogisch informierende (z. B. Bericht, Beschreibung), argumentierende (z. B. Erörterung, Stellungnahme), appellierende (z. B. Aufruf), untersuchende (z. B. Analyse, Interpretation) und gestaltende Texte (z. B. Erzählung, kreatives Schreiben), auch in Kooperation mit Mitschülerinnen und Mitschülern.
- 1erkennen unterschiedliche Längen von Lauten (z. B. kam – Kamm), um orthographisch richtig zu schreiben.
- 2setzen ihre Erstsprache und Sprachmischung adressaten- und situationsgerecht als Kommunikationsstrategie ein.
- 3verwenden lateinische Fachbegriffe, um sprachliche Phänomene zu untersuchen, zu benennen und Analogien zu den Erstsprachen zu nutzen.
- 4unterscheiden Aussagen, Fragen und Aufforderungen beginnend mit dem Einwortsatz (z. B. Essen. – Essen? – Essen!) und entwickeln ihre Sprachstruktur weiter.
- 5benennen und beschreiben Personen, Gegenstände, Sachverhalte und Tätigkeiten durch die Verwendung von Substantiven, Singular- und Pluralformen, Artikeln, Pronomen, Verben, Adjektiven und Adverbien zunehmend in den korrekten Flexionsformen (Genus, Kasus, Numerus, Personalform).
- 6erschließen die Bedeutung neuer Wörter mithilfe vielfältiger Lernstrategien (z. B. im Wörterbuch nachschlagen, im Internet recherchieren, nicht geläufige Begriffe erfragen, in Lernszenarien).
- 7schreiben methodisch sinnvoll ab, indem sie z. B. Buchstaben genau erfassen, sich Wörter bzw. Satzteile merken, im inneren Gedächtnis vorstellen, aufschreiben, beim Schreiben mitsprechen und mithilfe der Vorlage kontrollieren.
- 8nutzen Komposita von Nomen, Adjektiven und Verben als Mittel für Wortbildungen, um sich treffend auszudrücken (z. B. Telefon‑hörer, Schreib‑tisch, bitter‑kalt, wunder‑schön, berg‑steigen, tief‑kühlen).
- 9setzen Punkt, Ausrufezeichen oder Fragezeichen, um situationsgemäße Satzgrenzen zu kennzeichnen.
- 10entschlüsseln handlungsorientiert Wortbedeutungen in der Fachsprache (z. B. in Lernszenarien, in Experimenten, bei originalen Begegnungen und Unterrichtsgängen), um diese gezielt anzuwenden.
- 11verstehen Wörter, Floskeln und feststehende Redewendungen des Alltagswortschatzes (z. B. Wie heißt du? – Das verstehe ich nicht. – Ich hätte gerne …) und wenden diese adressaten- und situationsgemäß an.
- 12sprechen Wörter beim Wortschatzerwerb deutlich aus, um korrekte Phonem‑Graphem- Verknüpfungen zu bilden und zu festigen.
- 13gliedern den Text durch Absätze, um Sinnabschnitte optisch herauszuarbeiten.
- 14verwenden Alltagswortschatz (z. B. aus den Lernfeldern Ich – Du – Wir, Lernen, Miteinander leben), um sich in kommunikativen Situationen zurechtzufinden.
- 15vergleichen Personen, Gegenstände, Sachverhalte und Tätigkeiten, indem sie Adjektive und Adverbien steigern (z. B. größer als, arbeitet schneller als).
- 16ordnen Lauten Schriftzeichen bzw. eine Gruppe von Schriftzeichen zu und bilden die Lautkette eines Wortes vollständig ab.
- 17wenden das bewusste Mitsprechen für das Aufschreiben lautgetreuer Wörter an.
- 18nutzen unterschiedliche Medien zur eigenständigen Wortschatzerweiterung (z. B. deutschsprachige Popmusik, Filme, Hörbücher, Lehrvideos).
- 19erkennen gebräuchliche Internationalismen und Fremdwörter (z. B. Theater, Kaffee) und nutzen diese in der eigenen Kommunikation.
- 20entschlüsseln, auch aufgrund von Analogien zu ihrer jeweiligen Erstsprache, komplexere Komposita (z. B. Ausbildungsvertrag, Teilnahmebescheid) und verwenden diese, um sich präzise und knapp auszudrücken.
- 21leiten Regelhaftigkeiten der Zweitsprache ab, indem sie Strategien nutzen (z. B. Merkregeln, Analogien zur Erstsprache, Visualisierungen, Signalgrammatik).
- 22nutzen das Alphabet beim Nachschlagen in Wörterverzeichnissen.
- 23unterscheiden spezifische Aspekte der Körpersprache und Intonation, indem sie diese mit denen anderer Kulturen vergleichen und sie funktional bei der Gestaltung eigener Äußerungen verwenden.
- 24gebrauchen fachspezifischen Wortschatz der Zweitsprache situationsgerecht (z. B. kürzen, erweitern, schrumpfen, expandieren, ausweiten).
- 25vergleichen Strukturen der deutschen Sprache mit denen der Erstsprache, um eine größere Sprachbewusstheit zu erlangen und dokumentieren ihren Sprachzuwachs (z. B. in einem Sprachenportfolio, Sprachtagebuch).
- 26verwenden zunehmend differenzierten Wortschatz der Zweitsprache situationsgemäß (z. B. Wortfeld sagen: sprechen, flüstern, schreien, mitteilen, lispeln, stottern, lallen; typische Attribute von Wörtern: Winter – weiß, Sommer – heiß, Kreis – rund) im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch.
- 27nutzen Internationalismen und Fremdwörter zur Erschließung von Zusammenhängen in Texten und Gesprächen (z. B. Fachbegriffe der Computerwelt: Maus, Datei, Update).
- 28bilden unterschiedliche Wortarten durch Konversion und Ableitung (z. B. gehen – das Gehen, singen – der Gesang), insbesondere durch Wortbildungssuffixe (z. B. ‑heit, ‑keit, ‑ung, ‑nis, ‑schaft, ‑tum, ‑ig, ‑lich, ‑isch, ‑bar).
- 29erschließen sich neuen Wortschatz über Wortbildungsverfahren (z. B. Nutzen von Wortfamilien).
- 30erzählen über Gegenwärtiges, berichten über Vergangenes und stellen Zukünftiges dar, indem sie einfache und zusammengesetzte sowie regelmäßige und unregelmäßige Verben in verschiedenen Tempora verwenden.
- 31erkennen die Mehrdeutigkeit von Wörtern (z. B. Mutter in Familie und Technik; Bank als Sitzgelegenheit und Kreditinstitut) und wenden diese im Kontext an.
- 32vergleichen die in der Lerngruppe vorkommenden Sprachen anhand unterschiedlicher Merkmale (z. B. hinsichtlich Körpersprache, Lautung, Aussprache, Satzmelodie, Schrift), um sich der Vielfalt bewusst zu werden und diese wertzuschätzen.
- 33verwenden für besondere Laute der deutschen Sprache (z. B. /ε:/, /s/, /v/, /ʃ/, /œ/, /ᵑ/, /ç/, / x/, /y:/) die entsprechenden Schriftzeichen oder Buchstabenkombinationen (z. B. <ä>, <ß>, <w>, <sch>, <st>, <sp>, <ö>, <ng>, <ch>, <ü>).
- 34erkennen Silben in Wörtern und trennen Wörter sprechsilbengerecht.
- 35setzen Anführungszeichen, um die wörtliche Rede zu kennzeichnen und trennen den Redebegleitsatz durch Doppelpunkt oder Komma ab.
- 36verwenden regelmäßig das Wörterbuch und neue Medien zur Überarbeitung von Texten (z. B. Rechtschreibung, Artikel, Flexion).
- 37überprüfen und korrigieren eigene Texte mithilfe der Rechtschreibstrategien auf orthographische Richtigkeit.
- 38erkennen und verstehen lexikalische Besonderheiten der Fachsprachen, ggf. im Vergleich zu ihrer Erstsprache (z. B. Komposita: Baumkrone, Spiegelachse, Bushaltestelle; Nominalisierungen: der Dank, das Erwachen; Präfigierung: ver‑mischen, be‑legen; Suffigierung: Gesund‑heit, Arbeitslosig‑keit; fachspezifische Abkürzungen: DNS, EKG, kgV, v. Chr.).
- 39erschließen sich Begriffe durch Sprachvergleiche (z. B. dt. der Meister – kroat. majstor – ital. maestro) und Lehnwörter (z. B. aus dem Arabischen: Sofa, Zucker, Safari; im Türkischen: şibidak aus dem Deutschen das Schiebedach).
- 40nutzen Silben und Klangunterschiede der Vokale, um sich Schreibungen zu erschließen (z. B. /s/ nach kurzem Vokal fas-sen, nach langem Vokal Stra-ße).
- 41nutzen Wortbildungspräfixe zur Bedeutungsveränderung von Wörtern (z. B. zer-, ver-, vor-, ab-, umlegen).
- 42verwenden Wörter und überschaubare sprachliche Wendungen (z. B. Begrüßungsformeln, Anredeformen, Sprichwörter, Satzanfänge) aus unterschiedlichen Sprachen, indem sie diese einander gegenüberstellen und dadurch deren Eigenarten kennen und wertschätzen lernen.
- 43verstehen die Bedeutung von Redensarten des Deutschen, indem sie deren wörtlichen und übertragenen Sinn gegenüberstellen (z. B. Farbe bekennen, an der Nase herumführen). Sie nutzen ggf. auch Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zur Erstsprache.
- 44verwenden Kommata bei Aufzählungen und Appositionen sowie zur Abgrenzung von untergeordneten Sätzen und Satzteilen (z. B. vor Nebensätzen, Relativsätzen, Infinitivgruppen, Partizipgruppen) zur besseren Strukturierung.
- 45geben und erfragen Informationen unter Beachtung der korrekten Verbstellung, indem sie einfache und zunehmend komplexe Sätze (z. B. Hauptsatz, Satzreihe, Satzgefüge) formulieren.
- 46ordnen ihren Wortschatz (z. B. nach Wortfamilien, Wortfeldern, Wortarten, Wortableitungen) für ein besseres Verständnis der Sprachstrukturen.
- 47identifizieren in Wörtern Vokale und Konsonanten, um Wörter richtig in Silben zu zerlegen (z. B. To‑ma‑te).
- 48nutzen Schreibkonferenzen, um Rechtschreibfehler zu identifizieren und orthographische Regeln zu erschließen.
- 49nutzen Verlängerungen und Ableitungen, um Auslautverhärtungen und Stammveränderungen zu erkennen (z. B. Hund – Hunde, Zug – Züge, käuflich – kaufen).
- 50nutzen Bildungs- und Fachsprache zur Informationsentnahme und ‑weitergabe (z. B. bei einer Abfrage, einem Referat, einer Rede).
- 51strukturieren neuen Wortschatz themenzentriert und nach Unterrichtsfächern geordnet (z. B. durch Lernkarteien, Tabellen, Mindmaps, in Wortfeldern).
- 52formulieren Befehlssätze und verneinte Sätze (bei Adjektiv und Verb nicht, bei Nomen kein).
- 53reflektieren die Absicht und Wirkung (z. B. informativ, appellativ, regulativ) einzelner Textsorten, indem sie grammatikalische Strukturen und sprachliche Mittel (z. B. Metaphern, Personifikationen, Alliterationen) untersuchen und diese gezielt anwenden (z. B. unterhaltend: Poetry Slam; regulierend: Klassenvertrag; informierend: Bericht; appellierend: Rap; präzisierend: Versuchsprotokoll).
- 54bringen ihre Kenntnisse aus anderen Sprachen und Schriftsystemen in den Unterricht ein, um im Vergleich die eigene Sprachbewusstheit zu erweitern.
- 55nutzen die Kenntnis über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Lautung, um diese korrekt zu verschriftlichen, indem sie Schriftzeichen der Erst- und Zweitsprache vergleichen (z. B. /ʃ/ dt. <sch> – türk. <ş>).
- 56nutzen Wortbausteine und das Prinzip der Stammtreue (z. B. kaufen, ich kaufe, kaufte, gekauft, Kauffrau, käuflich, einkaufen) zum Richtigschreiben und zur Wortschatzerweiterung.
- 57beschreiben fachspezifische Prozesse mithilfe des erworbenen Fachwortschatzes (z. B. Versuchsbeschreibung, Rechenoperationen, Schaubild).
- 58kontrastieren sprachenspezifische Besonderheiten durch den direkten Sprachenvergleich (positiver Transfer: z. B. spanische Satzstellung mi nombre es = mein Name ist, negativer Transfer: z. B. Leseart der Zahlen).
- 59nutzen fachspezifische Informationsquellen zum individuellen Ausbau von Fachwortschatz in Sachzusammenhängen (z. B. ein- oder zweisprachige Lexika, Bildlexika, Glossare, Sachbücher, Internet).
- 60verknüpfen Aussagen durch passende Konjunktionen und verwenden bei Fragen Interrogativpronomen (z. B. wer?, was?) und Interrogativadverbien (z. B. wann?, wo?).
- 61verwenden bei schriftlichen Mitteilungen eine der Funktion, dem Inhalt und der Adressatin bzw. dem Adressaten entsprechende Textform (z. B. Brief, Stichpunktzettel, Poesiealbum).
- 62erkennen und verstehen syntaktische Besonderheiten der Fachsprachen (z. B. unpersönliche Ausdrucksweise; Passivform; Funktionsverbgefüge: z. B. einer Prüfung unterziehen, in Betrieb nehmen; komplexe Satzgefüge) und wenden diese ggf. selbst an.
- 63schreiben Nomen, Eigennamen, Nominalisierungen, den Satzanfang und Höflichkeitspronomen groß.
- 64vergleichen kommunikative Strategien verschiedener Kulturkreise, um sich der Vielfalt der Kommunikationsstrategien bewusst zu werden (z. B. in die Augen schauen kann als höflich oder unhöflich gelten).
- 65unterscheiden situationsangemessene, typische Rede- und Schreibweisen (z. B. öffentliche und private Kommunikation, unterschiedlicher Wortschatz) und wenden diese in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation an.
- 66geben Besitzverhältnisse an, indem sie Possessivartikel verwenden (z. B. mein Vater) oder den Genitiv von Substantiven bilden (z. B. der Hut des Vaters).
- 67nutzen Strategien zur Erkennung von Wortarten (z. B. Artikelprobe, Mehrzahlbildung, Steigerung, Zeitbildung), um die Regeln der Groß- und Kleinschreibung im Deutschen umzusetzen.
- 68identifizieren und benennen Unterschiede zwischen konzeptioneller Mündlichkeit (z. B. private E‑Mail, Small Talk) und konzeptioneller Schriftlichkeit (z. B. wissenschaftlicher Vortrag, Fachtext) bezüglich Wortwahl, Satzbau, Textstruktur.
- 69erschließen heutzutage eher ungebräuchliche Begriffe und Ausdrücke aus literarischen Werken (z. B. Waschzuber, Wams, Knappe, Schalk).
- 70geben Ort, Zeit, Art und Weise und Grund an, indem sie Präpositionen und Adverbien passend verwenden (z. B. auf dem Sportplatz, um acht Uhr, mit dem Bleistift, wegen des Wetters, langsam laufen).
- 71schreiben Lernwörter, Wörter mit Diphthongen (z. B. heute, Eimer, Hai), Wörter mit Sonderschreibung (z. B. unterschiedliche Verschriftung des Lautes /ks/, Wörter mit <ß>, Wörter mit <v>, Wörter mit doppeltem Vokal) und individuell schwierige Wörter richtig.
- 72untersuchen Sprachvarietäten (z. B. Standard- und Hochsprache, Fachsprache, Dialekte: regionale Sprachfärbungen, Ethnolekte: Sprache einer Bevölkerungsgruppe, Soziolekte: Sprache unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen) hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Funktion (z. B. Identität, Zugehörigkeit zu Familie, Heimat, Peergroup, Gesellschaft) und vertiefen so ihre Sprachbewusstheit.
- 73verwenden Kardinal-, Ordinal- und Bruchzahlen sowie unbestimmte Zahladjektive (z. B. eins, zwei, eine Million, erster, zweiter, Viertel, Achtel, viele, manche, einige), um Mengen und Größen anzugeben.
- 74verwenden Modalverben oder deren Ersatzformen (z. B. können oder fähig sein), Aktiv- oder Passivformen, Konjunktiv sowie indirekte Rede, um ihre Aussagen zu verändern oder genauer zu formulieren.
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Häufige Fragen
Lehrplan Deutsch als Zweitsprache – Mittelschule Bayern
Wie viele Kompetenzen umfasst der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache für Mittelschule in Bayern?+
Der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache am Mittelschule in Bayern umfasst 241 Kompetenzen, gegliedert in 4 Lernbereiche über 1 Jahrgangsstufen.
Welche Lernbereiche deckt Deutsch als Zweitsprache am Mittelschule in Bayern ab?+
Zu den Lernbereichen gehören unter anderem: Hören, Sprechen und Zuhören, Lesen – mit Texten umgehen, Schreiben, Sprache entwickeln und Sprachgebrauch untersuchen.
Wie plane ich eine Unterrichtsstunde Deutsch als Zweitsprache passend zum Lehrplan?+
Mit Didoria wählst du einen Lernbereich aus diesem Lehrplan und erhältst in Minuten eine fertige, lehrplankonforme Unterrichtsstunde mit Lernzielen, Phasen und Methoden.
Ist dieser Lehrplan Deutsch als Zweitsprache aktuell?+
Ja. Die Kompetenzen und Lernbereiche folgen dem gültigen Lehrplan für Deutsch als Zweitsprache am Mittelschule in Bayern.